1. Ist eine Solaranlage genehmigungspflichtig?
Solaranlagen sind grundsätzlich nicht genehmigungspflichtig. "Grundsätzlich" bedeutet im Amtsdeutsch wie immer, dass es Ausnahmen geben kann: Sobald Solaranlagen das Erscheinungsbild eines Kulturdenkmals beeinträchtigen, ist eine Genehmigung erforderlich. Meistens sind Sonnenkollektoren zur Brauchwassererwärmung für Ein- und Zweifamilienhäuser als sog. "unbedeutende" Anlagen genehmigungsfrei. Einige Landesbauverordnungen schreiben allerdings beim Überschreiten einer bestimmten Kollektorflächengröße (insbesondere bei Aufbauten auf Flachdächern) ein Genehmigung vor. Bestehen Zweifel, ob für ein bestimmtes Gebiet örtliche Bauvorschriften bestehen oder der Denkmalschutz berührt ist, empfiehlt es sich, die Baurechtsbehörde der örtlichen Gemeinde zu befragen.
2. Kann man auch nachträglich auf Solar umrüsten?
Natürlich kann man eine Solaranlage auch nachträglich einbauen und insbesondere den bereits vorhandenen Warmwasserspeicher weiter nutzen. Zu beachten ist jedoch, dass der vorhandene Warmwasserspeicher In der Regel zu klein dimensioniert ist und auch nur einen Wärmetauscher im unteren Bereich hat. Vor diesem Hintergrund gibt es zwei Möglichkeiten der nachträglichen Installation:
Möglichkeit 1: Der alte Warmwasserspeicher wird als Solarspeicher eingesetzt. Die Trinkwasserentnahme erfolgt ebenfalls über den alten Speicher. Der Heizkreis wird jedoch von ihm getrennt und an den neuen Warmwasserspeicher am oberen Wärmetauscher angeschlossen. Der Solarkreislauf wird am Wärmetauscher des alten Speichers und am unteren Wärmetauscher des neuen angeschlossen.
Möglichkeit 2: Vor den alten Warmwasserspeicher kommt der neue, der einen Kaltwasserzulauf zur solaren Erwärmung erhält. Der Warmwasseraustritt des neuen Speichers wird am Zugang des alten angeschlossen.
3. Wie groß soll meine zukünftige Solaranlage sein?
Mehrere Faktoren bestimmen die notwendige Größe einer Solaranlage: Der Warmwasserverbrauch ist sicherlich einer der wichtigsten. Typisch ist ein Wasserverbrauch pro Person und Tag zwischen 35 und 50 Litern. Diese Größe bestimmt das notwendige Fassungsvermögen des Warmwasserspeichers. Ein weiterer Faktor ist der Standort: Im Süden Deutschlands ist die Sonneneinstrahlung etwa 10 bis 15 Prozent höher als im Norden. Das muss man bei der Dimensionierung der Kollektorfläche berücksichtigen. Die genaue Sonnenverteilung ist aus sog. Einstrahlungskarten für jeden Standort ablesbar. Optimal ist ein Dach mit Südausrichtung und 45 Grad Neigung. Abweichungen hiervon müssen durch größere Kollektorflächen kompensiert werden. Bei mittlerem Wasserverbrauch und guter Ausrichtung werden bei 60 Prozent solarer Deckungsrate pro Person etwa ein bis 1,5 Quadratmeter Kollektorfläche gerechnet. Für das Speichervolumen wird der einfache bis 1,5-fache Tagesbedarf an Warmwasser angesetzt.
4. Ist mein Haus überhaupt für eine Solaranlage geeignet?
Die Erfahrung zeigt, dass rund 90 Prozent aller freistehenden Einfamilienhäuser für Solaranlagen zur Warmwasseraufbereitung geeignet sind. Grundvoraussetzungen sind:
1. eine Dachneigung von 20 bis 45 Grad (letzteres ist optimal)
2. eine Dachrichtung Ost bis West (wobei "Süd" optimal ist)
Wenn mit der Solaranlage ebenfalls die Heizung mit unterstützt werden soll, dann ist eine nahezu exakte Ausrichtung nach Süden unabdinglich. Ebenso muss der Neigungswinkel des Daches/des Kollektors mindestens 30 Grad betragen. Wenn Ihr Haus im Schatten liegt, oder/und Ihr Haus über ein Flachdach verfügt, dann ist dies auch kein Problem: Mit einer Flachdachmon tage erhalten die Kollektoren ebenfalls den nötigen Anstellwinkel. Alternativ kann man prüfen, ob nicht auch Hausgiebel, Hauswände oder auch ein freier Platz auf dem Grundstück für die Montage geeignet ist.
5. Was kostet eine Solaranlage?
Es gibt allerorten Berechnungen über die Amortisationszeit von Solaranlagen, die zu unterschiedlichen Ergebnissen kommen. Die Ergebnisse dieser Berechnungen beruhen auf Annahmen, die den durchschnittlichen Wasserverbrauch, die durchschnittliche Sonneneinstrahlung, die unterschiedlichen Preise für unterschiedlich dimensionierte Solaranlagen und, last, not least auf unterschiedliche Annahmen, die die Verteuerung fossiler Energieträger und der Gaspreise unter Berücksichtung der Verknappung bewerten. Aufgrund der hohen Anzahl von Variablen für eine solch allgemeine Berechnung kann es nur sinnvoll sein, Ihre zukünftige Solaranlage mit Ihren persönlichen Verbrauchswerten so zu dimensionieren, dass Sie auf Ihre Bedürfnisse hin abgestimmt ist, um so eine Wirtschaftlichkeit zu erzielen. Als Faustformel kann man festhalten, dass die Investitionskosten für eine Solarthermie-Anlage beim Neubau eines Einfamilienhauses etwa ein bis zwei Prozent der Bausumme betragen.
6. Was versteht man unter "solarer Deckungsrate"?
Die "solare Deckungsrate" beschreibt den Anteil an der Warmwasserbereitung, den das Solarsystem leistet. Damit ist sie eine wichtige Zielgröße. Betrachtet werden dabei die Solarenergie und die vom herkömmlichen Heizkessel an den Warmwasserspeicher gelieferte Heizenergie. Bei einer rund 60-prozentigen solaren Jahresdeckung wird in den Sommermonaten außerhalb der Heizperiode weitestgehend eine solare Volldeckung erreicht, so dass der Heizkessel in diesen Monaten außer Betrieb genommen werden kann.
7. Sie haben weitere Fragen?
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